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JÄHRLICHES GEDENKEN

Gedenken an die Novemberpogrome

1954 begannen die Jüdische Gemeinde Wiesbaden und die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit mit dem öffentlichen Gedenken an die Novemberpogrome. Seit 1989 veranstaltet die Landeshauptstadt Wiesbaden das jährliche Gedenken mit.

Der ehemalige Standort der alten Synagoge am Michelsberg ist Ort des Gedenkens an die Novemberpogrome 1938. Seit 1954 erinnern die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Wiesbaden (GCJZ) und die Jüdische Gemeinde Wiesbaden mit einer gemeinsamen Veranstaltung an die Zerstörung der Wiesbadener Synagogen im November 1938, die gleichzeitig eine erste Eskalation der Gewalt gegen Jüdinnen und Juden darstellte. Die Pogrome markieren den Beginn der Shoah.

Mit wenigen Ausnahmen fanden die Gedenkveranstaltungen seit der Aufstellung der Gedenkstele 1953 in der Heinrich-Heine-Anlage statt. Heute steht am Ort die Gedenkstätte für die ermordeten Wiesbadener Juden. Bis 1988 ist die GCJZ mit der Jüdischen Gemeinde Veranstalter. 1989 erinnern die Landeshauptstadt Wiesbaden und die Jüdische Gemeinde erstmals federführend gemeinsam an die Opfer der Shoah. Seit 1992 ist die GCJZ wieder mitverantwortlich. Seit der ersten Gedenkveranstaltung nehmen Vertreter der Landeshauptstadt Wiesbaden als Redner teil und gestalten die Veranstaltung mit. Seit 2001 wird das Programm ebenfalls durch Schülerinnen und Schüler einer Wiesbadener Schule, die sich mit der Erinnerung an die Shoah auseinandersetzen, sowie von Jugendlichen der Jüdischen Gemeinde Wiesbaden mitgestaltet.

Das Gedenken wird 1973 gestört

Zwischen 1970 und 1973 fand das Gedenken an die Novemberpogrome nicht in der Heinrich-Heine-Anlage, sondern in der Synagoge statt. 1973 wurde das Gedenken durch eine Gruppe gestört, die vor der Synagoge laut grölten und versuchten, in das Gebäude zu gelangen. Die Polizei musste eingreifen. Am Abend zuvor hatte die gleiche Gruppe bereits einen durch die Deutsch-Israelische Gesellschaft Wiesbaden und der Volkshochschule Wiesbaden ausgerichteten Vortrag gestört, indem sie Flugblätter mit antisemitischem Inhalt verteilten und Besucherinnen und Besucher bedrängten.